Gedit – Nützliche Plugins

Freitag, 15.05.2009 um 08:27 Uhr

Moin liebe Lesergemeinde,

heute möchte ich euch ein paar Plugins vorstellen, um den sehr flexiblen Standardtexteditor von Gnome namens gedit noch weiter zu verbessern. Neben den bekannten Plugins für eine Dateiverwaltung in der Seitenleiste und dem Terminal habe ich noch die Plugins für Quelltextkommentare, Schnipsel und Rechtschreibprüfung (für LaTeX Dokumente) aktiviert. Diese sind zum Teil in dem Paket gedit-plugins integriert, welches über die Paketverwaltung installiert werden kann.

Nun habe ich noch zusätzlich recht nützliche Plugins installiert, die nicht in den Paketquellen verfügbar sind. Dazu gehören:

Class Browser:

Der Class Browser stellt alle Klassen, Attribute und Funktionen einer Datei übersichtlich in einer Baumansicht in der Seitenleiste von gedit dar. Mit einem Doppelklick springt dann jeweils der Cursor zum gewählten Eintrag. Dies ist sehr nützlich für längere und dadurch unübersichtlichere Quelltexte. Zudem hat man immer alle Attribute oder Funktionsnamen auf einen Blick zur Verfügung. Die Farben kann man im Plugin anpassen.

Um die Unterstützung für die üblichsten Sprachen zu bekommen, muss zusätzlich zum Plugin noch das Paket exuberant-ctags installiert werden. Für Ubuntu ist das der Befehl:

sudo apt-get install exuberant-ctags

Class Browser

Autocomplete:

Wie der Name schon sagt, ist Autocomplete ein Plugin zur Vervollständigung von Wörtern in Quelltexten. Dabei werden alle Wörter aus allen geöffneten Dateien einbezogen, durch Tippen verändert sich die Liste ständig. Mit den Runter/Hoch Pfeiltasten kann der gewünschte Eintrag gewählt werden (”Größer als”-Zeichen) und mit Tab kann das gewünschte Wort vervollständigt werden. Gerade für lange Namen ist dieses Plugin sehr nützlich.

Autocomplete

Edit Shortcuts:

Mit dem Plugin Edit Shortcuts können alle Menüeinträge mit einer individuellen Tastenkombination belegt werden. Das ist gerade sehr nützlich, wenn man aus anderen Editoren Tastenkombinationen gewöhnt ist und diese beibehalten möchte. Außerdem können zusätzliche Plugins nun mit einer Tastenkombination versorgt werden.

gedit2

Gemini:

Gemini ist ein kleines Plugin welches die verschiedenen Klammern <{['""']}> automatisch schließt. Im Gegensatz zum Plugin was im Standard Plugin Paket dabei ist, kann man auch Text markieren und dann die Klammern einfügen, dann wird der Text automatisch innerhalb der Klammern gesetzt.

Regular Expressions Search and Replace:

Eines der nützlichsten Plugins, wie ich finde, ist das Suchen und Ersetzen mit Regulären Ausdrücken. An richtiger Stelle angewandt ist das ein sehr mächtiges Werkzeug und erspart enorme Schreibarbeit.

Das Beispiel im Bild zeigt, wie man mit einem einfachen Ausdruck sehr schnell häufig wiederkehrende komplexere Ausdrücke editieren/zusammenbauen kann (auch wenn das Beispiel hier nicht sonderlich sinnvoll ist). Find ich toll das Plugin :-)

Reguläre Ausdrücke

Es gibt noch eine Reihe weiterer Plugins. Die meisten werden auf der Gnome Gedit Plugin Webseite gesammelt. Ansonsten kann auch Google bemüht werden.

Boinc – Verteiltes Rechnen für einen guten Zweck

Samstag, 09.05.2009 um 13:33 Uhr

Moin liebe Lesergemeinde,

heute stelle ich mal eine Software für den guten Zweck vor. Boinc ist eine Openen Source Software für verteiltes Rechnen aus einer der Berkeley Universitäten. Neben dem bekannten Seti Projekt und verschiedensten anderen Möglichkeiten seine Rechenleistung zur Verfügung zu stellen, gibt es auch das World Community Grid. Diese Gemeinschaft fördert Projekte zur vielen gesundheitlichen Themengebieten, wie zum Beispiel Krebs und AIDS, sowie auch allgemeinen wissenschaftlichen Problemstellungen (zB alternative Energiequellen).

Will man sich an den Projekten beteiligen, meldet man sich auf der Seite an und installiert sich die BOINC Software.

sudo apt-get install boinc-client boinc-manager

Der Client ist die eigentliche Verbindung des Rechners zum Netzwerk und dieser regelt auch die Berechnungen der Pakete. Der Boinc Manager ist eigentlich nur das grafische Interface. Ist dieses geschlossen, rechnet der Client trotzdem im Hintergrund weiter. Öffnet man den Boinc Manager das erste Mal, muss man seine Eingangsdaten eintragen und schon bekommt man seine ersten Pakete geliefert. Man kann nun seine Einstellungen vornehmen. Ich habe nur zur Berechnung zwei meiner 4 Prozessoren eingetragen und diese auch nur für 50% der Prozessorzeit, so dass mein Rechner nicht immens Strom zusätzlich zieht. Als Rückmeldung bekommt man sogenannte Points und kann sich diese in der Statistik anzeigen lassen. Ich habe mittlerweile schon 1000 Points zusammen und schon einige Pakete fertig berechnet. Also alle Anmelden und mitrechnen – für einen guten Zweck!

boincManager

Gobby – Dokumente zusammen bearbeiten

Dienstag, 05.05.2009 um 17:44 Uhr

Moin liebe Lesergemeinde,

da ich viele Dokumente in LaTeX schreibe, kommt irgendwann der Tag an dem man das eigene Geschriebene einer erbarmungslosen Korrekturlesung unterziehen lassen muss ;-) .

Es gibt da verschiedenste Varianten, vom Ausdrucken auf Papier und handschriftliche Notizen, über Randnotizen direkt in der PDF oder auch die Weitergabe der TeX Quellen. Alle diese Möglichkeiten haben entscheidende Nachteile, entweder man macht sich die Arbeit doppelt und schreibt ab, was der andere schon gefunden hat, oder man muss darauf warten bis der andere mit korrigieren fertig ist, da man sonst eigene Korrekturen eventuell wieder überschreibt.

Irgendwann bin ich dann in einem Beitrag auf ubuntuusers.de auf Gobby gestoßen. Dieses Programm ermöglicht das gleichzeitige Bearbeiten von Dokumenten in einem Netzwerk. Es hat dabei den Vorteil, dass es auf einen zentralen Server verzichtet und auf den Hauptbetriebssystemen funktioniert. Man kann also seine Dateien auf dem eigenen PC belassen und öffnet nur die Portweiterleitung auf dem Standard-Port 6522 im Router (oder auch einen beliebigen anderen Port). Mit einer dynamischen Domain braucht man dann nicht mal seine eigene IP heraussuchen.

Nun kann man die Korrekturlesenden einladen und bearbeitet zusammen den Text, das geht schnell, man hat sofort Rückmeldung im integrierten Chat und man braucht Korrekturen nicht noch langwierig abschreiben, sondern speichert sofort das korrigierte Dokument.

Gobby kann unter Ubuntu einfach aus den Paketquellen installiert werden

sudo apt-get install gobby

Gobby ist eigentlich selbsterklärend in der Bedienung. Zum Beitreten einer Sitzung muss man dann die IP oder die Domain des Hosts angeben und den vereinbarten Port eingeben. Zu guter Letzt muss man nur noch eine Farbe wählen in der man seinen Text eingeben will. Schon ist man in der Sitzung. Man kann sich danach einfach die Dokumentenliste anzeigen lassen, wo alle geöffneten Dokumente angezeigt werden. Dann kann man die Datei öffnen und seine Änderungen beitragen. Wenn man Rückfragen hat, gibt es natürlich noch einen Chat. Ist man fertig können die Dokumente abgespeichert werden.

gobby Test

Mosaik Bilder mit Ubuntu/Linux

Freitag, 01.05.2009 um 17:49 Uhr

Moin liebe Lesergemeinde,

für ein Geschenk in der Verwandtschaft musste eine Geschenkidee her. Da ich im Internet schon ein paar Bilder mit vielen Einzelbildern gesehen habe, brachte mich das auf die Idee, ein Bilder-Mosaik zu basteln. Für Windows gibt es da einige Programme, nach ein wenig Recherche fand ich auch zwei tolle Programme für Linux.

Das erste Programm heißt Shape Collage und ist ein Java Programm. Für Linux gibt es da ein *.tar.gz Archiv zum Download. Da ist aber auch nichts anderes drinnen, als das *.jar Archiv, was man sich eh schon direkt herunterladen kann. Eine Java Runtime vorausgesetzt, kann das Programm nach dem Download sofort gestartet werden.

Das Programm präsentiert sich in einer schönen Oberfläche. Wie man an dem Screenshot und an dem Namen erkennen kann, ist das zwar kein Programm für Bilder Mosaike sondern für Bilder Collagen. Mit dem Programm lassen sich verschiedenste Formen zu einer tollen Bilder Collage zusammenfügen (siehe Bilder). Dazu lädt man sich einen Ordner mit Bildern in das Programm, wählt die gewünschten Parameter aus (Shape, Bildgröße, Einzelbildgröße, Effekte, etc) und dann einfach auf Create und freut sich über die tolle Animation, wie die Bilder angeordnet werden :-)

Shape Collage Nr 2heart

Ich musste natürlich auch die individuellen Shapes ausprobieren. Was liegt da mit Jazz als Nick näher, als ein J auszuprobieren. Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus – finde ich definitiv sehr lustig.

Shape Collage Nr 2 freie Formen

Da ich nun aber eigentlich ein Fotomosaik wollte, musste noch ein anderes Programm her. Dieses heißt Metapixel und ist in den Ubuntuquellen enthalten und lässt sich somit ganz einfach per apt-get installieren. Allerdings scheint das Projekt nicht mehr weiterentwickelt zu werden, was aber auch nicht stört, da das Programm so ziemlich alles kann, was man von ihm erwartet. Was mich ein Bisschen stört, ist dass ich nicht wirklich eine Doku gefunden habe, die die einzelnen Optionen etwas näher beschreibt.

Metapixel ist ein Konsolenprogramm ohne grafische Oberfläche. Im ersten Schritt muss ein Verzeichnis mit den zu nutzenden Bildern eingelesen werden. Das Programm wandelt diese automatisch in Thumbnails um. Je nach Anzahl der Bilder dauert das Ganze ein Weilchen (ca. 100 Bilder die Minute mit halbwegs aktuellem PC). Dabei ist zu beachten, dass Unterordner bei der Umwandlung nicht mit einbezogen werden. Die Thumbnails sollte man zwecks Übersicht in einen separaten Ordner speichern. Mit dem folgenden Befehl wird das ganze ausgeführt.

jazz@jazz:~$ metapixel-prepare Multimedia/Bilder/Grafiken/ .metapixel/

Sind alle Bilder umgewandelt findet man diese im Ordner .metapixel mit einer zusätzlichen Config-Datei, die alle Bilder enthält. Mit folgendem Befehl startet man dann die Erzeugung des eigentlichen Mosaiks. Dabei ist der erste Parameter das Quellbild, was als Mosaik zerlegt werden soll. Der zweite Parameter ist das Zielbild und als Library gibt man den Ordner mit den Thumbnails an.

jazz@jazz:~$ metapixel --metapixel Jazz.JPG metapixel_jazz.jpg --cheat=30 --library .metapixel/

Zu beachten ist der Parameter –cheat. Mit diesem gibt man den prozentualen Anteil an, mit dem das Programm “cheaten” kann. Das bedeutet, je höher die Zahl, desto transparenter werden die eigentlichen Mosaiks generiert und man sieht das original Bild im Hintergrund durchscheinen. Wählt man einen kleinen Parameter, kann man die konturen des eigentlichen Bildes noch etwas stärken, ohne dass es auffällt, dass hier beschummelt wurde ;-) Ich hoffe man sieht auch den Unterschied bei mir als Mosaik – links ohne cheating, rechts mit 30% Cheatfunktion.

Metapixel Bild Metapixel Bild mit Cheatfunktion