DVD kopieren – einfach gemacht!
Sonntag, 28.06.2009 um 12:50 UhrMoin liebe Lesergemeinde,
neulich war ich auf der Suche möglichst einfach DVDs unter Linux/Gnome zu kopieren. Die Bedingung war, dass ich Original Ton und deutsche Übersetzung in einer Datei habe. Mit rippen wäre es demnach schwierig möglich gewesen, da man meines Wissens nur eine Tonspur integrieren kann. Außerdem weiß keiner wie zukunftsträchtig denn Formate wie *.mpg oder *.avi etc sein werden. Zumal ich eine Variante gesucht habe, alle meine DVDs möglichst verlustfrei zu sichern – schließlich halten selbst gepresste Scheiben keine 10 Jahre mehr, danach sind sie kaum noch zu gebrauchen.
Nach ein wenig Recherche bin ich auf ein englisches How-To gestoßen. Da es sicher welche gibt, die nicht oder nur bedingt Englisch können, werde ich das Tutorial mal in Deutsch zusammenfassen.
Gnome kann mit Hilfe von dem Brennprogramm Brasero von den meisten DVDs Sicherheitskopien im ISO Format anfertigen (mir ist auch schon eine DVD untergekommen, die Probleme gemacht hat). Eine ISO Datei ist das universelle Format zum Kopieren von DVDs oder CDs und eine exakte Kopie der Scheibe. Das ISO kann dabei später jederzeit von jedem Brennprogramm wieder auf DVD/CD gebrannt werden. Also der ideale Weg schnell, unkompliziert, verlustfrei und mit Sicherheit in ein paar Jahren auch noch verwertbar eine DVD zu sichern.
Getestet ist der Weg unter Ubuntu 8.10 und 9.04.
1. Als erstes lege man die zu kopierende DVD ein.
2. Dann öffne man den Dateibrowser Nautilus
3. Man klicke nun in der Symbolleiste auf “Computer” oder gebe in der Adressleiste “computer:///” ein
4. Nun gelangt man zu der Übersicht aller Laufwerke des Rechners.
5. Man klicke mit der rechten Maustaste auf das DVD Symbol, das Kontext Menü öffnet sich nun
6. Dort gibt es den Eintrag “CD/DVD kopieren …” (Achtung: CD/DVD muss eingebunden sein)
7. Nun öffnet sich ein Fenster indem man das Quellmedium auswählt (normalerweise schon Vorausgewählt) und das Zielmedium auswählt. Es gibt die Möglichkeit das direkt wieder auf eine CD/DVD zu brennen, oder eben in ein ISO. Mit dem Klick auf die Schaltfläche Eigenschaften, kann man den Pfad und den Dateinamen des ISOs angeben
8. Mit Klick auf Kopieren startet man den Kopiervorgang. Jetzt ist warten angesagt. Eine DVD dauert ca. 20-30 Minuten bei einem normalen DVD Laufwerk.
9. Ist das Kopieren abgeschlossen, ist man stolzer Besitzer einer virtuellen DVD
10. Testen kann man das ISO direkt mit dem VLC Player. Wer diesen noch nicht installiert hat, der sollte dies tun, denn der VLC ist einer der besten Medienplayer überhaupt. Alles was irgendwie abzuspielen geht, bekommt der VLC auch abgespielt – da wo andere Player schon längst versagen. Unter Ubuntu kann man diesen mit dem Befehl im Terminal installieren:
sudo apt-get install vlc
Ist der VLC installiert, öffnet man diesen und wählt einfach die ISO Datei aus – schon wird die DVD abgespielt.
11. Will man die Daten im ISO extrahieren, geht das mit Rechts klick auf die Datei und mit dem Eintrag “Hier entpacken”. So kann man im Nachhinein die DVD auch rippen, sollte man dies wollen (DVD::RIP für die VOB Dateien im ISO, oder mit Handbrake direkt von der ISO Datei)
12. Mit dem folgenden Befehl lässt sich das ISO auch direkt wie eine DVD ins System einbinden (aber nur mit sudo Rechten).
sudo mount -o loop /pfad/zur/datei.iso /media/cdrom0
13. Wer nun seine ganze DVD Sammlung archivieren will sollte sich eine neue Festplatte kaufen gehen
Ein ISO ist normalerweise um die 7,5 GB groß, da es 1:1 die DVD abbildet.
Natürlich muss man hier noch erwähnen, dass man sich in einer gesetzlichen Grauzone befindet. Normalerweise darf man kopiergeschützte DVDs nicht kopieren, auch nicht zu privaten Zwecken. Allerdings könnten wir nichtmal kopiergeschützte DVDs anschauen, schließlich ist die Verwendung von libdvdcss2 auch nicht so ganz in Ordnung. Aber ich möchte meine legal gekauften DVDs eben auch noch in mehreren Jahren anschauen, wenn diese DVDs schon längst ihren Geist aufgegeben haben.




Interessant…nur nimmt das bei einer großen DVD Sammlung leider viel Platz weg, und deswegen würde ich das wohl nicht durchgängig benutzen. Falls man aber mal schnell eine DVD sichern will, ist das sicherlich praktisch
Sören
Also zu deiner obigen Aussage, dass man nur eine Tonspur integrieren kann, möchte ich dich korrigieren.
Dies hängt vom verwendeten Container-Format ab.
Wenn du dir mal z.B. Matroska ansiehst kannst du wesentlich mehr Spuren verwenen (z.B. mehrere Videospuren, mehrere Audiospuren, unterschiedliche Untertitelspuren, …).
Der Contatiner unterstützt sogar Tags, Kapitel, Menüs, … und ist auch weitgehend unabhängig von den verschiedenen Video- und Audiocodes unabhängig.
Wie es mit der Unterstützung von Hardware-Videoplayern aussieht kann ich nicht sagen, aber einige Player sollen dieses Container-Format bereits unterstützen.
Wenn du die Original-DVD sichern willst (und nicht nur den Film), ist die obige Variante sicher die schnellste und einfachste, da du dabei automatisch die Menüstruktur, Extras, … mitsicherst.
Wenn man Platz sparen will, bietet sich ja eine bzip2- oder lzap-Komprimierung an.
killermeohre
Ich konnte das Verzeichnis wiedergeben, in dem sich VIDEO_TS (ist ja auch ein Verzeichnis) befindet, indem ich in dessen Kontextmenü den Video-Player als Applikation hinzugefügt habe. Schade, dass der entsprechende Eintrage (”Open with …”) nicht per Default schon vorhanden ist.
Eine elegante Möglichkeit…
Eine weitere Möglichkeit ist das Programm k9copy. Gut, ist nicht Gnome. Ist auch nicht sonderlich schön umgesetzt und nicht übersetzt. Aber hier kann ich Tonspuren selektieren und Dinge löschen, die ich nicht haben möchte. Bei Bedarf habe ich am Ende auch eine iso-Datei.
Habt ihr unter 10.04 auch das Problem, dass der Sound nach dem Koipiervorgang kratzt? Habe alle libs installiert…