Displays mit DisplayLink Technik unter Linux

Sonntag, 21.06.2009 um 14:13 Uhr

Moin liebe Lesergemeinde,

es gibt wieder erfreuliche Nachrichten in Bezug auf bessere Hardware Unterstützung für Linux. Am 15. Mai 2009 wurde von der Firma DisplayLink Corp. eine LGPL Bibliothek veröffentlicht, die nun die Entwicklung von Treibern und Programmen für den X Server ermöglicht, um Bildschirme mit DisplayLink Chips ansteuern zu können.

DisplayLink entwickelt Chips, die es ermöglichen Standard LCD Bildschirme direkt per USB an einen PC anzuschließen und anzusteuern. Bisher gab es nur Treiber für MS Windows und das Mac OS. Diese Technik ist zum Beispiel sinnvoll für Zusatzdisplays, da keine weitere Grafikkarte benötigt wird. So lassen sich nun zum Beispiel alle Geräte mit einem USB 2.0 Anschluss und einem Linux als Betriebssystem mit einem Display ausstatten (Router, Server, etc).

Näheres zu der Veröffentlichung der Software Bibliothek findet man im Artikel auf der DisplayLink Seite.

Die Community hat sich bereits an die Programmierung eines Treibers gesetzt und es gibt auch schon erste Ergebnisse. So liefert bereits das bekannte NAS System NSLU Bilder auf ein angeschlossenes Display. Die Verwaltung des Projekts hat die Seite freedesktop.org übernommen. Regelmäßige Nachrichten kann man per Mailinglist oder Twitter abrufen. Auf der Webseite findet man ebenfalls eine Installationsanleitung und ein HowTo. Allerdings sollte an dieser Stelle gewarnt werden, dass alles noch auf einem sehr frühen Entwicklungsstand ist.

Allerdings überlege ich mir trotzdem ein kleines Zusatzdisplay zu holen und zu testen. Ich habe für die weitere Technisierung meines zu Hauses vor, in jedem Zimmer ein kleines Mini-ITX Atom Board mit Musik Boxen aufzustellen und diese per Streaming von einem NAS mit Musik zu versorgen. Um jetzt nicht an jedes Board einen eigenen VGA Monitor mit Touchscreen andocken zu müssen (oder ständig VGA und USB Stecker abzuziehen und wieder an einem anderen PC anzustöpseln), habe ich mir überlegt ein DisplayLink Monitor zu nutzen und diesen wenn benötigt einfach an den USB zu stöpseln und den jeweiligen PC zu steuern. So kann man den Monitor auch ohne ständiges Anstöpseln und Abziehen mehrerer Kabel (sondern nur eines Kabels) hin und her tragen.

Es gibt nämlich seit kurzem in Deutschland ein geniales Display zu kaufen. Dieses ist 7” groß und integriert DisplayLink Technik, Touchscreen, Webcam und Mikrofon. Und das alles – bis auf das Mikrofon – über einen USB Anschluss (zumindest so wie ich es verstanden habe). Das Display gibt es bei beim Anbieter CARTFT zu kaufen (wenn jemanden noch ein anderer Anbieter bekannt ist, dann bitte in die Kommentare einfügen).

DisplayLink MonitorDisplayLink Monitor

Allerdings ist das Display mit 160 EUR nicht gerade billig. Deswegen hadere ich auch gerade mit mir, da ja auch der Treiber noch nicht wirklich benutzbar ist. Zudem muss man als Mac/Linux Anwender den Touchscreen Treiber extra kaufen (warum auch immer). Außerdem bin ich in der Hinsicht eher der Endanwender als der Bastelfreak. Naja mal schauen, wie ich mich entscheide.