Gimp: Auswahl kreisförmig, eliptisch, rechteckig

Montag, 18.01.2010 um 16:55 Uhr

Moin liebe Lesergemeinde,

da ich diesbezüglich immer mal wieder Fragen bekomme, schreibe ich heute mal ein kleines Tutorium zu dem Auswahlwerkzeug in Gimp.

So werde ich beispielsweise immer gefragt, wie man in Gimp einen farbigen Kreis oder eine Ellipse hin bekommt. Das ist in Gimp sehr einfach zu lösen.

Zum Testen öffne man ein neues Bild in Gimp. Dann wählt man das Elliptische Auswahl-Werkzeug aus (Werkzeugkasten oben 2. von links oder Taste “e”). Jetzt öffnet sich unterhalb des Werkzeugkastens das Werkzeugmenü zur elliptischen Auswahl. Dort gibt es die Option “Fest”. Aus dem Dropdown Feld wählt man Seitenverhältnis und gibt in das Textfeld darunter “1:1″ ein (im Bild rot markiert).

werkzeuge

Nun beginnt man mit gedrückter Maustaste in dem Bild die Ellipse aufzuziehen. Die Option “Fest” wählt man, indem die Shift-Taste gedrückt und gehalten wird (nachdem man mit der Maustaste die Ellipse begonnen hat). Nun sollte man sehen, dass aus der bisherigen elliptischen Auswahl ein Kreis wird und im Kästchen vor der Option “Fest” ein Häkchen zu sehen ist. Nun kann man bei gedrückter Shift-Taste den Kreis so ziehen, wie man ihn haben will.

Nun fehlt noch das Zeichnen des eigentlichen Kreises. Unter der Option aus der Menüleiste Auswahl → Rand … öffnet sich ein Dialogfeld, in der man die Dicke des Randes eingeben kann (im Bild 2 Pixel). Drückt man auf OK, besteht die Auswahl plötzlich aus zwei ineinander liegenden Kreisen. Jetzt muss man mit der geeigneten Farbe und dem Ausfüllenwerkzeug (Schift+B) den Rand nur noch farbig ausfüllen. Danach kann die Auswahl entfernt werden und voilà wir haben einen Kreis.

rand

Auf diesem Weg lassen sich logischerweise auch Ellipsen, Rechtecke und Quadrate (Rechteckwerkzeug und wieder die Option “Fest” auf 1:1 Seitenverhältnis) und auch weitere einfache geometrische Figuren herstellen. Legt man diese in eine eigene Ebene, lassen sie sich auch nach der Erstellung verschieben und in der Größe verändern.

Exotische Linux-Applikationen gesucht: Quod Libet

Dienstag, 01.09.2009 um 11:22 Uhr

Moin liebe Lesergemeinde,

ich beteilige mich nun auch mal an der Reihe mit exotischeren Linux-Apps, heute stelle ich euch einen vielleicht nicht so bekannten Medienspieler vor: Quod Libet.

Quod Libet kommt aus dem lateinischen und heißt “was beliebt”. Genauso ist auch der Player aufgebaut. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Ansichten, die es erlauben seinen Medienspieler nach den eigenen Wünschen zu konfigurieren. Der Player baut auf GStreamer auf und kann alle Medienformate abspielen, die für GStreamer installiert wurden. Des Weiteren können Audio-Feeds und Internet-Radio Stationen verwaltet und abgespielt werden. Mit Pulse Audio kommt Quod Libet ebenfalls ohne Probleme zurecht.

Mit Plugins kann das Programm sehr gut erweitert werden. So können Albumcover einfach heruntergeladen, Lyrics gespeichert, die Titel mit einem On-Screen-Display angezeigt werden und vieles mehr. Eine einfache Steuerung über das Tray-Icon ist ebenfalls möglich. Des Weiteren wird Replay Gain unterstützt, was bei unterschiedlich lauten Musikstücken sehr vorteilhaft ist. Die Anbindung verschiedener externer Player ist ebenfalls möglich, so kann der IPod auch direkt aus dem Programm heraus bespielt werden. Eine für mich sehr wichtige Funktion ist die Warteschlange, in die man mittels Tastendruck (Taste: q) einen Titel hinzufügen kann.

Die Filterung der Bibliothek ist sehr einfach gehalten und durchsucht alle Tags in einem Musik-File. Eine Suche mit regulären Ausdrücken ist ebenfalls möglich. Die Bibliothek wird bei neuen Musikstücken rasend schnell neu aufgebaut und indiziert. Ein guter Musiktagger ist ebenfalls gleich dabei, dieser ist nicht auf Standardtags beschränkt. Es können also alle möglichen Informationen in eine Musik-Datei abgespeichert werden.

Die Weiterentwicklung des Programms schreitet zwar nur mäßig voran, es wird aber zumindest kontinuierlich gepflegt. Die Webseite des Projekts lässt jedoch zu wünschen übrig, da sie recht unübersichtlich gehalten ist.

quodlibet

MusicBrainz Picard – einfacher Musik Tagger

Samstag, 18.07.2009 um 11:58 Uhr

Moin liebe Lesergemeinde,

heute möchte ich euch meinen Lieblingsmusik Tagger vorstellen. Er heißt MusicBrainz Picard und nutzt zum Taggen der Musik den Online Dienst musicbrainz.org.

Aber was ist das besondere an diesem Programm? Es ist sehr simpel. Man lädt seine nicht oder schlecht getaggte Musik in das Programm, klickt auf einen Button und das Programm sucht das Lied in der Datenbank des Onlinedienstes und bietet an, die gefundenen Tags in die Musikdatei zu schreiben. Man kann ebenfalls seine eigenen Musikdateien nach einem festgelegten Schema umbenennen lassen.

Das ganze funktioniert, indem das Programm einen Fingerabdruck des Liedes erstellt. Normalerweise ist jedes Lied einzigartig im Fingerabdruck. Ist das Lied schon in der Datenbank vorhanden, wird der Fingerabdruck gefunden und das Lied damit identifiziert. Bis jetzt waren alle Lieder, die ich taggen wollte bereits in der Datenbank vorhanden. Wenn dies einmal nicht der Fall sein sollte, kann man auch selbst die Einträge zu MusicBraniz hochladen, muss dann aber seine Dateien selber Taggen.

Durch verschieden starke Kompression der Musikdateien, unterschiedliche Versionen eines Albums/Liedes oder auch das Vorkommen eines Liedes in mehreren Alben/Singles führt manchmal dazu, dass Lieder falsch zugeordnet werden. Dann muss man selber etwas Hand anlegen und kann die Musik per Drag and Drop an die richtige Stelle schieben, oder auch Online in der Datenbank nachschauen und den passenden Eintrag auswählen.

Zur Bedienung:

musicbrainz picard

Das Fenster ist Zweigeteilt. Links werden die noch nicht erkannten Original Dateien angezeigt. Rechts die gefundenen und zugeordneten und auch bereits getaggten Lieder. Will man nun ein Album Taggen, wählt man den entsprechenden Ordner aus. Sind bereits Metadaten im Lied vorhanden, kann man die schnellere Methode (Lookup) vornehmen. In dieser Variante werden nur die Tags verglichen und nach diesen Einträge gesucht. Sind noch keine Tags vorhanden, muss man auf Prüfen klicken. Jetzt wird ein Fingerabdruck erzeugt und online verglichen. Diese Variante dauert recht lange. Wurde alles gefunden und hat man sein Album zusammen, kann man mit Speichern die Tags schreiben und gleichzeitig nach Schema umbenennen. Das Schema stellt man unter Einstellungen → File Naming ein.

Bei mir funktioniert das meistens zuverlässig und einfach ohne großen Aufwand.

Installieren kann man das Programm unter Ubuntu mit dem Befehl:

sudo apt-get install picard

VLC in der Version 1.0.0

Dienstag, 07.07.2009 um 16:29 Uhr

Moin liebe Lesergemeinde,

heute gleich nochmal einen zweiten Eintrag. Man glaubt es kaum, doch es ist geschehen.

Der allseits beliebte VLC Mediaplayer ist heute in der Version 1.0.0 erschienen.

Ein paar Neuerungen seien mal hier aufgezählt:

In älteren Versionen war die Verzögerung beim Starten und Stoppen der Wiedergabe ein großes Ärgernis. In der Version 1.0 soll sich die Wiedergabe sofort anhalten lassen.

Zudem können Videos nun auch Bild für Bild angeschaut werden und es gibt eine genauere Geschwindigkeitskontrolle.

Darüber hinaus unterstützt der VLC On-the-fly-Recording für alle und Timeshift für die meisten Medienformate.

Unter Linux und Windows wurde das Skin-System (Skin2) verbessert und globale Hotkeys wurden eingeführt.

VLC unterstützt ja von Haus aus schon fast alle Medienformate, die es gibt. In der Version 1.0 sind nun noch einige dazu gekommen.

Die Liste aller Features auf den einzelnen Betriebssystemen ist auf der videolan.org Seite nachzulesen.

DVD kopieren – einfach gemacht!

Sonntag, 28.06.2009 um 12:50 Uhr

Moin liebe Lesergemeinde,

neulich war ich auf der Suche möglichst einfach DVDs unter Linux/Gnome zu kopieren. Die Bedingung war, dass ich Original Ton und deutsche Übersetzung in einer Datei habe. Mit rippen wäre es demnach schwierig möglich gewesen, da man meines Wissens nur eine Tonspur integrieren kann. Außerdem weiß keiner wie zukunftsträchtig denn Formate wie *.mpg oder *.avi etc sein werden. Zumal ich eine Variante gesucht habe, alle meine DVDs möglichst verlustfrei zu sichern – schließlich halten selbst gepresste Scheiben keine 10 Jahre mehr, danach sind sie kaum noch zu gebrauchen.

Nach ein wenig Recherche bin ich auf ein englisches How-To gestoßen. Da es sicher welche gibt, die nicht oder nur bedingt Englisch können, werde ich das Tutorial mal in Deutsch zusammenfassen.

Gnome kann mit Hilfe von dem Brennprogramm Brasero von den meisten DVDs Sicherheitskopien im ISO Format anfertigen (mir ist auch schon eine DVD untergekommen, die Probleme gemacht hat). Eine ISO Datei ist das universelle Format zum Kopieren von DVDs oder CDs und eine exakte Kopie der Scheibe. Das ISO kann dabei später jederzeit von jedem Brennprogramm wieder auf DVD/CD gebrannt werden. Also der ideale Weg schnell, unkompliziert, verlustfrei und mit Sicherheit in ein paar Jahren auch noch verwertbar eine DVD zu sichern.

Getestet ist der Weg unter Ubuntu 8.10 und 9.04.

1. Als erstes lege man die zu kopierende DVD ein.

2. Dann öffne man den Dateibrowser Nautilus

3. Man klicke nun in der Symbolleiste auf “Computer” oder gebe in der Adressleiste “computer:///” ein

4. Nun gelangt man zu der Übersicht aller Laufwerke des Rechners.

5. Man klicke mit der rechten Maustaste auf das DVD Symbol, das Kontext Menü öffnet sich nun

6. Dort gibt es den Eintrag “CD/DVD kopieren …” (Achtung: CD/DVD muss eingebunden sein)

DVD kopieren

7. Nun öffnet sich ein Fenster indem man das Quellmedium auswählt (normalerweise schon Vorausgewählt) und das Zielmedium auswählt. Es gibt die Möglichkeit das direkt wieder auf eine CD/DVD zu brennen, oder eben in ein ISO. Mit dem Klick auf die Schaltfläche Eigenschaften, kann man den Pfad und den Dateinamen des ISOs angeben

DVD kopieren ISO Auswahl

8. Mit Klick auf Kopieren startet man den Kopiervorgang. Jetzt ist warten angesagt. Eine DVD dauert ca. 20-30 Minuten bei einem normalen DVD Laufwerk.

DVD kopieren, Kopiervorgang

9. Ist das Kopieren abgeschlossen, ist man stolzer Besitzer einer virtuellen DVD ;-)

10. Testen kann man das ISO direkt mit dem VLC Player. Wer diesen noch nicht installiert hat, der sollte dies tun, denn der VLC ist einer der besten Medienplayer überhaupt. Alles was irgendwie abzuspielen geht, bekommt der VLC auch abgespielt – da wo andere Player schon längst versagen. Unter Ubuntu kann man diesen mit dem Befehl im Terminal installieren:

sudo apt-get install vlc

Ist der VLC installiert, öffnet man diesen und wählt einfach die ISO Datei aus – schon wird die DVD abgespielt.

11. Will man die Daten im ISO extrahieren, geht das mit Rechts klick auf die Datei und mit dem Eintrag “Hier entpacken”. So kann man im Nachhinein die DVD auch rippen, sollte man dies wollen (DVD::RIP für die VOB Dateien im ISO, oder mit Handbrake direkt von der ISO Datei)

12. Mit dem folgenden Befehl lässt sich das ISO auch direkt wie eine DVD ins System einbinden (aber nur mit sudo Rechten).

sudo mount -o loop /pfad/zur/datei.iso /media/cdrom0

13. Wer nun seine ganze DVD Sammlung archivieren will sollte sich eine neue Festplatte kaufen gehen ;-) Ein ISO ist normalerweise um die 7,5 GB groß, da es 1:1 die DVD abbildet.

Natürlich muss man hier noch erwähnen, dass man sich in einer gesetzlichen Grauzone befindet. Normalerweise darf man kopiergeschützte DVDs nicht kopieren, auch nicht zu privaten Zwecken. Allerdings könnten wir nichtmal kopiergeschützte DVDs anschauen, schließlich ist die Verwendung von libdvdcss2 auch nicht so ganz in Ordnung. Aber ich möchte meine legal gekauften DVDs eben auch noch in mehreren Jahren anschauen, wenn diese DVDs schon längst ihren Geist aufgegeben haben.