Ubuntu NAS Server: Erfahrungen
Mittwoch, 23.09.2009 um 15:54 UhrMoin liebe Lesergemeinde,
da ich recht viele Daten zu verwalten habe, habe ich mich nun endlich mal zu dem Schritt durch gerungen, mir ein NAS anzuschaffen. Da ich das gleich richtig machen wollte (also auch die Homeverzeichnisse auf dem NAS auslagern wollte), kam nur eine Selbstbaulösung in Frage, da die kommerziell erhältlichen NAS Systeme selbst mit Gigabitethernet sehr lahm und zudem wie ich finde recht überteuert sind.
Das Ganze sollte Platz bieten für vier SATA-Festplatten, trotzdem klein sein, wenig Strom verbrauchen und wenn möglich auch leise sein und schick aussehen. So, hier nun zum Aufbau:
Board: Point of View POV/ION330-1, NVIDIA ION Mainboard + Intel ATOM 330, Mini ITX
Gehäuse: Chenbro ES34069
RAM: Corsair TWIN2X4096-6400C5 PC2-6400 Arbeitspeicher 4 GB
HDD: Western Digital WD20EADS Caviar Green 2TB interne Festplatte
USB Stick fürs System: Transcend TS4GJFV30 JetFlash V30 USB-Stick 4GB USB 2.0
System: Ubuntu Server 9.04
Momentan betreibe ich das Ganze erstmal mit einer Festplatte. Insgesamt verbraucht der laufende PC ohne HDD 33W mit Festplatte 41W unter Volllast. Eigentlich hatte ich gedacht, dass das Board ein Bisschen weniger verbraucht. Das könnte aber daran liegen, dass ich zwei RAM-Sticks eingebaut habe. Mit vollem Festplattenausbau wären das knapp über 60W. Da der Server nicht 24h/365d laufen soll, ist das für mich ok – selbst wenn, beliefe sich bei circa 20Cent/kWh der Unterhalt auf 100€ im Jahr.
Zudem sind in dem Gehäuse zwei ungeregelte Lüfter drinne, die wahrscheinlich auch etwas Strom ziehen. Durch Lüfter ist der Server doch recht laut. Da werde ich allerdings nochmal nachhelfen und einen der Lüfter außer Betrieb setzen, denn im Gehäuse ist es kälter als außerhalb!!
Soweit zur Hardware. Durch den Atom-Dualcore bekomme ich im normalen 100er LAN vollen Datendurchsatz von circa 11 MB/s. Das 1000er habe ich noch nicht ausprobiert, da mir noch der entsprechende Switch fehlt der das kann
Aber ich denke dass ich auch hier akzeptable Geschwindigkeiten erreichen werde.
Auch sonst läuft das gesamte System mit dem Ubuntu Server außerordentlich flott. Eventuell baue ich da den einen RAM Stick noch raus, den brauche ich bei weitem nicht (Momentan liegt die RAM Auslastung bei knapp 300MB).
Die Installation des Systems auf dem USB Stick habe ich mit der Server-Installations-CD bewerkstelligt. Bis auf, dass die Installation etwas länger dauerte als auf einer HDD, gab es keinerlei Probleme. Die Hardware wurde, wie bei einem guten Linux zu erwarten, Out-of-the-Box erkannt und funktionierte auf Anhieb. Zum Datenzugriff habe ich neben dem Minimal-Serversystem noch Samba, SSH und NFS aufgesetzt. Eventuell kommt noch ein Streaming Server, FTP und eine LAMPP Installation hinzu – mal schauen. In den Samba-Einstellungen musste ich noch die Authentifizierung auf NTLMv2 umschalten/erzwingen, damit ich auch Vista dazu bewegen kann, auf meinen Server zuzugreifen.
Da ich das System auf USB Stick installiert habe und diese bekanntlich nur begrenzte Schreibzyklen zulassen, habe ich die Swappiness des Systems auf 0 gesetzt und das Schreiben der logs in den RAM ausgelagert. Zum Auslagern nutze ich das Programm ramlog, das deb-Paket dazu kann man sich hier herunterladen. Der obligatorische Hinweis: Fremdpakete können das System gefährden!
Das erste Benutzerhomeverzeichnis ist zu Testzwecken auch schon auf den Server umgezogen und funktioniert trotz 100er LAN Verbindung angenehm schnell und ohne Probleme. Genauso kann ich von mehreren Rechner gleichzeitig auf die Film- und Musikdaten zugreifen, ohne dass es zu Aussetzern oder Rucklern kommt. Nur wenn ich große Datenmengen auf den Server kopiere, wird ein weiterer Zugriff aufgrund von Bandbreitenbegrenzung etwas schwierig.

Also ich habe hier einen MSI Wind unterm Schreibtisch stehen: Atom-Prozessor, 1 GiB RAM, Gigabit LAN, und bekomme mit iperf 941 MBit/s, d.h. der Atom schafft die 1000 Gigbit Ethernet locker. Lesen und Schreiben auf NFS Freigabe macht er mit ca. 40 MiB/s (also ca. 335 MBit/s), per SFTP sinds allerdings nur ca. 9 MiB/s (ca. 83 MBit/s). D.h. das meiste geht für Protokoll-Overhead drauf, wobei hier natürlich die Prozessorleistung auch wieder ausschlaggebend ist. Aber das Schaufeln von TCP Daten bekommt der Atom locker hin.
Übrigens, wen es noch interessiert. Habe jetzt mal ausprobiert den Server an einem Gigabit Ethernet zu betreiben.
Lesen: 60 MB/s
Schreiben 60 MB/s
Ist also sehr akzeptabel für diese Hardware. Bin beeindruckt.
Peace.
Ich hab mal noch nen Link http://www.smallnetbuilder.com/component/option,com_nas/Itemid,190 da kann man sich schön anschauen, wie der Prozessor auf die Übertragungsrate wirkt.
Zum Ram: die highend NAS haben 512MB meist sogar sd oder ddr1 und mehr ist auch absolute verschwendung, wenn man nicht riesige MYSQL-Datenbanken dort laufen lässt, aber dann währe auch der Atom sinnlos.
Also, 11 MB/s haben wenig mit dem Prozessor zu tun. Mehr geht auf 100 BT gar nicht! (11 x 8 = 88 plus Paketheader- und -Trailer für MAC, IP und UDP/TCP, Präambel und Abstand zwischen den Paketen (mind. 5 Taktzyklen).
Aber bei 1000 BT wird’s interessant…
Wenn ein schlapper Prozessor im NAS verbaut ist, bekommt der die mögliche Transferrate im 100er oder gar 1000er LAN nicht hin. Aus diesem Grund sind auch die meisten (bezahlbaren) kommerziellen NAS Systeme sehr langsam im Schreiben der Daten auf den Server (so um die 5MB) und im Lesen auch nicht viel schneller.
Das Selbe gilt für den Arbeitsspeicher. Je mehr Dienste auf dem Server laufen und je länger dieser online ist, desto mehr RAM wird benötigt. Ist dieser nicht vorhanden, muss erst langwierig RAM freigegeben werden und die Programme/Dienste haben nicht genug Platz sich im RAM auszubreiten. Daraus resultiert wiederum ein langsames Serversystem.
Und nen alter Rechner ist meistens sehr ineffizient – er bringt kaum Rechenpower und verschlingt trotzdem verhältnismäßig viel elektrische Leistung. Von daher ist nen neuer sparsamer DualCore mit gutem Chipsatz ideal
Hallo,
Super Beschreibung. Mehr davon
Spiele selber mit dem Gedanken entweder eine fertige NAS-Festplatte zu kaufen oder mir halt, wie in deinem Fall, selber ein SWystem zusammenzustellen.
Nur meine Fragen:
1. Wie groß ist der Unterschied bei der Geschwindigkeit? Ich meine, es läuft ja über die selber Netzwerkleitung.
2. Warum nehmt ihr alle irgendwelche DualCores mit 2GB(oder 4GB) RAM? In wiefern hängt die Geschwindigkeit des PCs mit der Netzwerkgeschwindigkeit zusammen? (Ich dachte immer so gut wie gar nicht!)
Ich frage, weil ich hier Zuhause noch einen alten Rechner habe den ich dann evtl. als NAS nehmen würde. Ist das nciht ratsam?
Danke
Schön, dass ich soviel Feedback bekomme. Das mit der Geschwindigkeit im 1000er LAN werde ich demnächst ausprobieren und hier dann auch die Auslastung des Servers posten.
Also ich hatte auch nachdem ich den Server 24h betrieben hatte und währenddessen knappe 1TB übertragen habe, war der RAM immernoch leer.
Das mit dem Netzteil ist definitv richtig. Da ich nen Gehäuse gleich mit Netzteil kaufen wollte, hatte ich da nicht viel Wahl. Das Netzteil was da drinne ist, ist für 180W ausgelegt. Irgendwann werde ich es dann vielleicht nochmal austauschen, doch so schnell nicht.
Das mit der Temperatur im Gehäuseinneren – das war natürlich nur Spaß – gefühlt! ist es durch den Luftzug kälter.
Bisher haben hier nur wenige das Augenmerk auf den wichtigsten Punkt beim Stromsparen gelegt: das Netzteil. Es sollte möglichst knapp dimensioniert sein, also wenn man nun schon max 50W misst, dann sollte es auch nur 50W haben. Das Problem: an solche teile ranzukommen.
Ein kleines Netzteil, was etwas weniger effizient ist, ist sinnvoller, als ein 400W-Dingen mit 80% Effizienz zu betreiben.
Grüße
Matthias
Ich hab vor kurzem ähnliches gemacht. Allerdings hab ich mein augenmerk primär nicht auf “Powersaving” gelegt, komme dennoch aber auf 30 Watt idle (6 Festplatten + HW RAID). Ich würd dir empfehlen mehr ram rein zu stecken statt zu entfernen.
Ich betreib das ding bei mir im 24/7 Betrieb, beim start ist der RAM wie bei dir ca 300MB (ein bissle mehr, da ich mittelerweile nicht nur SAMBA laufen hab). Nach einem Tag wird aber der gesamte Speicher voll als Read/Write-Cache genutzt (entsprechendes FS wie EXT3/ZFS vorrausgesetzt). Das sparrt unnötiges anlaufen der Festplatten. Wenn ich eine 200MB file transferiere, springen die Platten erst an, wenn der transfer schon abgeschlossen ist.
Ich empfehl dir aber noch eine USV. Die sind mittlerweile bezahlbar und sind im Fehlerfall Gold wert.
Ich habe mal gratis ein Zyxel-NAS bekommen. Bin sehr zufrieden damit. Es macht was es muss: Dateien im Netzwerk anbieten. Mehr jedoch nicht.
Jetzt habe ich mir einen Asus Nettop gekauft. Die EEEBOX läuft jetzt 7/24 und kann mehr als nur ein NAS. Zudem ist es viel günstiger!!!!
Es läuft:
)
Ubuntu Server 9.04
SSH
Apache
MySQL
PHPMyadmin
Cacti
Nagios
Transmission-Daemon (mit Webinterface)
Samba-Server (mit 3 ext. USB-HDDs)
Backup-Server (rsnapshot!!!)
DNS-Server (ist ja wichtig für zu hause!!! (domains sperren…
DHCP-Server (Mac-Addresse xyz bekommt immer IP-Adresse abc)
Rapidshare-Client (modrapi – genial!)
FTP-Server
Dient leider nicht als Router, da nur ein Interface
Mailserver postfix
NFS-server
bin sehr zu frieden!!! (Jetzt kaufe ich mir noch einen asrock ion 330 um eine Medienzentrale einzurichten mit XBMC (Aeon-Interface)… Genial! Spielt dank ION-GPU mkv-files ab! Genial und freude ^2
gruss
Adam W.
Hi,
mich haben ähnlich Gründe geritten einen kleinen Homeserver zu bauen:
Amd X2 BE-2350 (stromsparDualcore) mit 2×2,1ghz (untervoltet)
2GB Ram
Asrock µatx nf7g-hdready mit onboard GeForce 7050-630
CF2IDE Adapter mit ner 4GB Sandisk Extreme4 als System
2x 500GB Samsungs als Speicherplatten
picoPSU 120W DC-DC Netzteil
Stromverbrauch im Idle mit beiden Platten im Spindown: ~30W
Wichtig sind
das Netzteil (unter 80W trennt sich die Spreu vom Weizen)
der chipsatz (der Atomchipsatz ist grotten! schlecht) und
die CPU (untervolten bringt bei 1000MHZ Stufe ~ 4W –> cpupowerd zum untervolten nutzen bei amd CPUS )
Lüfter “kosten” 1 W aber durch Kühlung verbrauchen die anderen Verbraucher weniger. mein tipp: auf 5V oder 7V knoten.
Ram kostet meistens zwischen 1-2W pro Riegel.
Zum Thema Flashspeicher sollte man ja seit dem Eeepc genug howtos finden.
Ubuntu-Server habe ich genommen weil ich Ubuntu auch auf dem Laptop benutze, es einfach meine HomeServer werden sollte und mir Projekte wie Freenas zuwenig “Freiheit” boten.
> Da werde ich allerdings nochmal nachhelfen und einen der Lüfter außer Betrieb setzen, denn im Gehäuse ist es kälter als außerhalb!!
Ob da Magie im Spiel ist? Physik auf jeden Fall nicht
Hier ‘mal eine etwas andere Idee, die ich vor gut einem halben Jahr umgesetzt habe. Die Lösung verbraucht im Leerlauf (also 98% der Zeit) auch etwas über 60 Watt:
Athlon64 X2 mit 2,3 GHz und 45 Watt TPD, lauft idR. mit 1 GHz
Mainboard mit onboard Graphik
4 GB RAM (2 Riegel)
2 x Festplatte (1 + 0,5 TB)
2. Netzwerkkarte
SAT TV Karte
Gute Netzteil (88%)
Die Lösung hat deutlich mehr Reserven. Was der Prozessor (etwas) mehr verbraucht, spart man den den Chipsätzen (die bei Intel sehr viel ziehen), wieder ein.
Ich verwende den Rechner als Server für alles mögliche (so etwa 20 Dienste), er läuft mit Gentoo (das spielt aber keine besondere Rolle).
Viele Grüße – es gibt immer mehrere Lösungen
Hey,
Also ich hatte mir mal als Benchmark vorgestellt, mal zu schauen, wie die einzelnen Auslastungen der Hardware beim Lesen und beim Schreiben auf den NAS-Server ist. Also mal schauen, wie Stark die CPU ausgelastet wird wenn man etwas schreibt, oder RAM. Du hast geschrieben, dass RAM-Auslastung bei 300 MB liegt. Ich hatte bloß mich gefragt ob, dies beim Verschieben von großen Datenmengen ist oder ob bei normalen Zugriff. Würde mich freuen, wenn du mal 1000er (Gbit) anschließt und mal darüber schreibst.
Aber wie gesagt, danke für den Beitrag. Hat mich etwas inspiriert
Also mein Laptop schreibt mit knapp 2,3 MB/s auf das NAS, Lesen habe ich noch nicht probiert.
Weil ich zwecks Stromsparen keine extra Platte fürs System nehmen wollte, SSDs zu teuer sind und ein USB Stick fürs Booten genug Performance bringt, im laufenden Betrieb habe ich auch keine Probleme.
Hallo,
ich finde den Artikel auch sehr gelungen. Allerdings habe ich noch eine Frage. Warum installierst du nicht auf eine Festplatte? Ich gehe mal davon, dass die Performance besser sein dürfte.
Grüße
Wie schnell ist denn Dein Datendurchsatz im 802.11g/n?
Und probier doch mal Truecrypt aus. Vielleicht kommst Du ja weiter als ich; ich habe mit TC auf CIFS/SMB-Freigaben unglaubliche Probleme: http://forum.ubuntuusers.de/post/2126206/
Hey,
ja ich hatte vorher Puppy Linux probiert, da es komplett im RAM läuft und sehr klein ist. Aber die Konfiguration ist nen Krampf, da hier der Default-User root ist und man erst ne Hölle konfigurieren muss, um nen neuen User anlegen zu können.
Beim Ubuntu Server nutze ich alles standardmäßig, also ich habe nix extra kompiliert oder ähnliches, da alles out-of-the-box funktionierte.
Was würdest du dir denn unter einem Benchmark vorstellen?
Hallo,
erstmal ein Lob an dich, ein guter Beitrag und relativ ausführlich, ich hätte gerne mir noch einige Benchmark gewünscht (aber hätte wahrscheinlich zu viel Arbeit für dich bedeutet). Soviel zum Beitrag.
Ich bin momentan auch mit der Planung eines File-Servers beschäftigt und deine Hardware Konstellation ist fast die, die ich auch anstrebe.
Ich hätte da nur paar kurze Fragen. Hattest du auch deinen Kernel gepatcht oder ist es noch der Standard-Kernel? Hattest du mal überlegt auch andere Distributionen zu installieren (z.B. Debain, Gentoo, FreeNAS,..) – würde mich bloß mal interessieren? Dann meine letzte Frage, hast du einige Tipps wo man zum Thema NAS einiges zum Lesen findet – hab bis jetzt nur über Google verschiedene Foren gefunden, aber nichts was gute Informationen bereitstellt?
p.s. einen schönen Tag noch